EDV-Beratung

Der Bundestrojaner ist da!

Erstellt am Donnerstag, 18. Dezember 2008 14:16
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 07. Februar 2012 19:18
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. Dezember 2008 18:00
Geschrieben von Administrator
Zugriffe: 948

 

 

"Der Rechtsstaat erlaubt dem Staat nicht alles, nur weil es vielleicht Erfolg bringt. Der Rechtsstaat nimmt im Interesse der Freiheit der Bürger Grenzen staatlicher Beobachtung und Verfolgung in Kauf.“

(Wolfang Hoffmann-Riem, Professor für Medienrecht und Verfassungsrecht in Hamburg und ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht)

Der Begriff „Bundestrojaner“ steht für das vom Bundesinnenministerium initiierte Gesetz, das den Behörden sog. Online-Durchsuchungen privater Computer erlaubt

 Als Online-Durchsuchung wird der verdeckte staatliche Zugriff auf fremde informationstechnische Systeme über Kommunikationsnetze bezeichnet. Der Begriff umfasst dabei sowohl den einmaligen Zugriff (Online-Durchsicht) wie auch eine sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Überwachung (Online-Überwachung). (siehe Wikipedia)

 

Im IT-Bereich bezeichnet man als „Trojaner“ ein Programm, das auf einem Computer heimlich oder als nützliches Programm getarnt Funktionen ausführt, ohne dass dies der Benutzer erlaubt hat, geschweige denn dass er dies kontrollieren kann. Der Trojaner selbst muss nicht schädlich sein. Häufig ist er aber mit anderer schädlicher Software kombiniert, oder hilft dieser, auf den Computer zu gelangen.

Wie der Bundestrojaner funtioniert, können Sie hier nachlesen.

Glaubt man der offiziellen Begrüngung der Bundesregierung, soll Ziel der Online-Durchsuchung sein, in Einzelfällen und nach einem richterlichen Beschluss die privaten Computer von tatverdächtigen Schwerstkriminellen zu durchsuchen, um Hinweise auf kriminelle Aktivitäten zu erlangen.

Die Bundesregierung schert sich dabei offensichtlich wenig um das bereits zu Online-Durchsuchungen ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 27.02.2008. Dieses Urteil hat in der Öffentlichkeit viel Beachtung gefunden. Das Gericht hatte entschieden, dass die Regelungen zur Online-Durchsuchung in Nordrheit-Wesfalen verfassungswidrig sind.

Nach einem ersten Anlauf war das sog. BKA-Gesetz, das die Online-Durchsuchung erlauben soll, im Bundesrat gescheitert. Am 17. Dezember 2008 wurde es sodann im Kompromiss-Wege verabschiedet, nachdem einige Nachbesserungen beschlossen wurden.

Nun haben wir also den Bundestrojaner. Er ist jetzt im Gesetz verankert. Und morgen vielleicht auch auf Ihrer Festplatte?

Was können Sie dagegen tun?

Schützen Sie Ihre persönlichen Daten sowohl vor kriminellen Internet-Crackern als auch vor staatlich gewollter Schnüffelei, indem Sie wichtige und vertrauliche Daten auf Ihren PC's wirkungsvoll verschlüsseln.

Wie das funktioniert können Sie hier nachlesen:

In unserem Büro-Wiki haben wir hierfür eine Anleitung.